Ghostwriter, die neuen Buchmacher

Die meisten Menschen wissen, was ein Ghostwriter ist. Jemand, der etwas schreibt, dieses aber nicht unter seinem Namen veröffentlicht. Der eigentliche Autor ist nämlich jemand anders und der Ghostwriter bleibt stets dezent im Hintergrund. Wer heute einmal durch eine Buchhandlung schlendert und in den Regalen stöbert, dem fällt sicher auf, dass es heute andere Bücher gibt, als früher. Solche nämlich, die ein Ghostwriter geschrieben hat, die aber unter einem bekannten Namen veröffentlicht werden. Viele prominente Namen zieren heute die Buchcover. Von Dieter Bohlen, über Daniela Katzenberger bis zu Nationalspieler Philip Lahm. Sie alle haben etwas gemeinsam: Ghostwriter standen ihnen zur Seite und haben ihnen beim Verfassen mindestens geholfen, wenn nicht gleich das ganze Buch geschrieben. Und das lohnt sich, denn Promi-Bücher gehen weg wie die warmen Semmeln. Ein lukratives Geschäft für Ghostwriter, die Autoren selbst und natürlich auch die Verlage. Schreiben lassen, statt selber schreiben ist salonfähig geworden. Man geht sogar davon aus, dass in den USA etwa achtzig Prozent aller Sachbücher aus der Feder der Ghostwriter stammen.

Es sind aber nicht nur die Bücher der VIPs, die auf diese Weise hergestellt werden. Ein eigenes Buch zu verfassen ist auch für Firmen, Freiberufler, Unternehmer und Manager zu interessant. Sie alle engagieren Ghostwriter, um beispielsweise eine Firmenchronik schreiben zu lassen, ein Kochbuch, oder auch einen Ratgeber zu einem bestimmten Thema. Warum? Weil es eine gute PR ist.

Ghostwriter verstehen ihr Handwerk und so kann zum Beispiel eine Firma von diesem eine Chronik verfassen lassen, die fast so interessant oder spannend ist, wie ein Roman. Eine weitere Tatsache, die für volle Auftragsbücher bei der Zunft der Ghostwriter gesorgt hat, ist der Digitaldruck. Während man früher hohe Startauflagen brauchte, um ein Buch überhaupt kostendeckend verlegen zu können, ist es heute möglich, selbst wenige Stückzahlen zu drucken.